• Daily Musings,  Gesellschaft und Soziales

    Holzaktion und so allerlei

    Diese Woche ist wahrlich anstrengend. Dauernd sind Termine und ich vermisse die Ruhe, der vorangegangenen Woche. Aber ich will mich mal nicht beklagen, trotzdem habe ich es geschafft, jeden Tag zu arbeiten und das neue Buch wächst. Heute habe ich schon mal das durchgelesen, was ich bereits habe und einiges an Handlung angeglichen. Das muss immer mal wieder sein, besonders bei so einem langen Text.

    Für heute stand die Holzlieferung auf dem Plan und auch, wenn ich diese Aktion jedes Mal fürchte, war ich doch froh, dass der Schuppen wieder voll ist. Unsere Brennstoffe gingen bereits deutlich zur Neige. Nun herrscht an dieser Front wenigstens Entspannung. Allerdings konnte ich die Nacht nicht schlafen und bin bereits um 05:00 hoch.

    Unser Sorgenkind von gestern, ist nicht mehr gekommen, um seine Sachen zu holen. Das hat mir einige Sorgen gemacht und so habe ich heute Morgen bei seinem Betreuer angerufen. Die Nummer war noch gespeichert, da B. ihn gestern von hier angerufen hatte. Der hat mir dann erzählt, dass B. nun in der Psychiatrie ist und ich denke, das ist der richtige Ort. Er hat sicher einige psychische Diagnosen und auch einiges in Sachen Sucht laufen. Ich jedenfalls bin beruhigt, dass er erst einmal von der Straße ist. Der Betreuer hat gegen Mittag die Sachen abgeholt und sich bedankt, dass wir ihn so nett aufgenommen haben. Also herrscht erst einmal Ruhe. Doch wenn B. nach dem Aufenthalt in der Psychiatrie nicht in ein betreutes Wohnen kommt, dann wird die Spirale sich fortsetzen, Straße, Alkohol, Zusammenbruch, Klinik, tot. Keine schönen Aussichten. Aber erst einmal ist er untergebracht und vielleicht ergibt sich ja eine Möglichkeit.

    Ich werde nun Feierabend machen. Noch ein wenig zocken und Hörbuch, dann zu Bett. Morgen steht ein Telefongespräch mit dem Amt der Ämter an. Schon wieder ein halbes Jahr um.

  • Gesellschaft und Soziales

    Empört, wütend und hilflos

    Auf einer Seite unseres Hinterhofs, befinden sich unsere Holzschuppen. Dort hat heute Nacht ein Obdachloser Schutz vor der Kälte gesucht. Das es, da er Raucher ist, gefährlich ist und auch nicht besonders warm, ist eine Sache, eine weitere, dass ich sehr gut verstehen kann, dass er einen geschützten Platz gesucht hat. Heute Morgen, als wir ihn entdecken, war er durchgefroren, nur unzulänglich mit Kleidung versehen und verängstigt. Ich habe ihn dann erst einmal zu mir reingeholt und mit Kaffee und Frühstück versorgt. B. ist Dialyse Patient, hat einen Herzklappenfehler, ganz zu schweigen von einigen psychischen Auffälligkeiten. Er ist seit sieben Jahren auf der Straße. Sein Betreuer war wohl nicht in der Lage ihm einen Schlafplatz zu besorgen und die Polizei hat ihm eine dünne Decke in die Hand gedrückt, als sie ihn am Bahnhof geweckt haben und das war es. Gut, für eine Isomatte, eine warme Jacke, einen richtigen Outdoor Schlafsack, sowie warme Getränke und etwas zu essen, dafür konnten wir sorgen. Und normalerweise, sollte ich mich doch besser fühlen, weil wir wenigstens damit helfen konnten. Doch ich denke den ganzen Tag nur: Das was er wirklich braucht, nämlich einen Ort für sich, das können wir ihm nicht geben.

    Es macht mich unendlich wütend, dass es in diesem reichen Land Menschen gibt, die so leben müssen. Die Corona bedingten Maßnahmen haben die Situationen für Menschen wie B. nicht verbessert. Denn die Wärmestuben wie Hempels sind zu. Hier in Kiel herrscht Wohnungsnot und doch stehen etliche Häuser und Wohnungen leer. Ob wegen Renovierung oder, was wohl auch bei einigen der Fall sein wird, als Spekulationsobjekt angeschafft, was auch immer. Tatsache ist, dass es Wohnraum gibt, der nicht genutzt wird. Einige Leute aus unserer Peripherie, die aus dem einen oder anderen Grund ihre Wohnungen verloren haben, sind seit Monaten, in zwei Fällen, seit Jahren in Hotels untergebracht. In dieser Beziehung läuft hier so einiges schief.