Veröffentlichungen

Du bist raus! – 1 Novelle & 3 Kurzgeschichten von Karin Braun

Klappentext:

Wie hatte es eigentlich angefangen? Wo war der Punkt, an dem sich alles veränderte? Ich kann es nicht mehr genau festmachen. War es der Tag, an dem ich das erste Mal über Nacht blieb? Nein, es begann früher. Vor ungefähr einem halben Jahr begann es, am ersten schönen Maitag des Jahres. Ich hatte bei IKEA gefrühstückt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, das Essen dort ist gut und billig. Außerdem sitzt man nett und kann Menschen sehen, ohne sich unterhalten zu müssen. Ich hasse es, mich unterhalten zu müssen. Also, ich hatte gefrühstückt, und als ich das Geschäft verlies, sah ich in der Gartenausstellung diesen Stuhl. Ein Stahlrohrgestell, an dem sich eine Art Netz als Sitzfläche und Lehne spannte. Um es gleich zu sagen: Ich interessiere mich nicht für Möbel! Mein Zimmer ist klein, ich wohne möbliert, und bin ohne unnötigen Schnickschnack eingerichtet. Aber dieser Stuhl sprach mich an. Wahrscheinlich war es seine ungewöhnliche Form, jedenfalls setzte ich mich hinein und fand es wundervoll. Herrlich bequem. Durch die Federung und die Nachgiebigkeit von Sitzfläche und Lehne passte er sich jeder Bewegung an. Hatte ich wirklich nicht vermutet, so merkwürdig wie der aussah. Dazu noch die Sonne und das Treiben auf dem Parkplatz. Es war so angenehm, dass ich bald eine halbe Stunde dort sitzen blieb. Dann ging ich nach Hause und selbst dort ging mir der Stuhl nicht mehr aus dem Kopf. Zwei Tage später besuchte ich das Geschäft erneut, und wieder setzte ich mich nach dem Frühstück in die Sonne in dieses wunderbare Sitzmöbel. Diesmal hatte ich mir sogar eine Zeitung mitgebracht und blieb fast zwei Stunden dort. So ging es einige Wochen. (aus „Lebst du noch oder wohnst du nur?)


Es war einmal und ist noch immer – Märchenhafte Geschichten

Herausgeberinnen: Karin Braun und Gabriele Haefs

Klappentext:

Nimm einen Greis, der sanft entschlief, ein junges Ding, das man vom Felsen stieß, einen Geiger, der den letzten Ton nicht traf und einen König, den man der Eisernen Jungfrau gab. Nimm sie und zähl‘ die Jahre, die sie lebten. Zieh sie von heute ab. Und zähle weiter fort, damit die Geschichte beginnt.

Aus „Anan und das Bild vom Seepferdchen“ von Michael Habel